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Aktive Sterbehilfe in Deutschland?
Ja 83%  83%  [ 25 ]
Nein 17%  17%  [ 5 ]
Abstimmungen insgesamt : 30
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Keine Angabe 
BeitragVerfasst: Mi 8. Jul 2015, 11:27 
Pink Panther

Registriert: So 3. Mär 2013, 21:09
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Ne. Es ist keine unterlassene Hilfeleistung und hat auch keine rechtlichen Konsequenzen, in bestimmten Fällen auf eine Reanimation zu verzichten. Vor allem ethisch gesehen ist das ist in vielen Fällen die einzig richtige Entscheidung für alle Beteiligten, vor allem aber den Betroffenen selbst. In dem Fall war es reiner Egoismus des diensthabenden Oberarztes, weil er nicht loslassen konnte. Wie gesagt, Handy und unterwegs, ihr könnt ja DNR oder AND googeln, wenn euch das interessiert.


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Männlich 
BeitragVerfasst: Mi 8. Jul 2015, 12:40 
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Minibildchen

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Beiträge: 50111
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Durchaus verständlich.
Allerdings finde ich es ist schon noch ein Unterschied, wenn sich eine Person gerade eben selbst umbringt, und der Arzt da nicht einschreitet, als wenn er sich entschließt, beim Hirnschaden mit Koma nicht auch noch die künstliche Beatmung anzuschließen oder ähnliches.

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„They're taught to kill, and all human feelings and reactions are trained out of them. They're turned into monsters in order to kill other monsters.“


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Männlich 
BeitragVerfasst: Mi 8. Jul 2015, 16:41 
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Rônin
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Minibildchen

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Nach wie vor; ich interessiere mich dafür, wie man das den Angehörigen erklärt.

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I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
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Männlich 
BeitragVerfasst: Mi 8. Jul 2015, 17:03 
Hello Kitty
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Ich bin grundsätzlich für eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe. Jeder Mensch sollte selbst Entscheiden können, wie lange und ob er sein Leiden in die Länge zieht. Ich habe erlebt, wie es ist, wenn ein Mensch seinen Tod herbeisehnt. Jeden Tag Schmerzen (oder alternativ so benebelt von Schmerzmitteln, so dass man nichts mehr mitbekommt), jeden Tag ein bischen schlimmer, jeden Tag etwas mehr auf andere Menschen angewiesen sein, ohne Chance auf Genesung oder Besserung. Es gibt Situationen, da verliert der Tod seinen Schrecken und stellt vielleicht sogar die bessere Alternative dar.

Und wenn ein Mensch zu Lebzeiten und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte für sich entscheidet, dass ein Arzt seine Leiden beendet, wenn er selbst, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr in der Lage dazu ist, dann sollte man das respektieren.

Das Wie ist allerdings eine andere Sache. Mein medizinisches Wissen hält sich in Grenzen und solche Zwischenfälle sind vermutlich nicht die Regel, aber wer sich etwas mit aktiver Sterbehilfe in der Schweiz oder in Holland auseinandersetzt, wird auf relativ grausame Erfahrungsberichte von stundenlangen Todeskämpfen stoßen, weil Patienten anders auf Barbiturate reagiert haben, als vorhergesehen. (Zwerchfell war gelähmt, Patient aber bei vollem Bewusstsein und lauter solche Dinge).

Eine zu 100% schmerzfreie und generell menschenwürdige Durchführung ist Voraussetzung. Wie gesagt, zu wenig medizinisches Wissen, vielleicht weiß hier ja jemand, wie häufig so etwas vor kommt und was an diesen Cocktails optimierungsbedürftig ist.


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Männlich 
BeitragVerfasst: Sa 7. Nov 2015, 21:39 
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Rônin
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Minibildchen

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Die absolute Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist pro aktive Sterbehilfe; unser Forum ist da keine Ausnahme. Trotzdem hat der Bundestag die Gesetze dazu gestern nochmals verschärft und zeigt damit abermals, dass die aktuelle Regierung unser Volk in kaum einer Hinsicht noch tatsächlich vertritt und wir von einer Demokratie denkbar weit entfernt sind. Begleitet man regelmäßig schwer kranke Personen bei einem Selbstmord macht man sich nun strafbar. Statt sich in die vom Volk gewünschte Richtung zu bewegen wird also noch weiter in die Gegenrichtung gesteuert.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 61616.html
Nach dem Schema wäre es übrigens auch logisch, auf die Forderungen nach Homoehe (Auch hierfür sind die meisten Deutschen) mit ner Wiedereinführung der Strafbarkeit von Homosexualität zu reagieren; den Status Quo also sogar noch zu verschlimmern. Oder auf die Forderungen nach mehr Unterstützung der Kommunen mit ner Verschärfung des Asylgesetzes zu antworten.
Oh.

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Weiblich 
BeitragVerfasst: Di 13. Jun 2017, 15:48 
Pinkie Pie
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Minibildchen

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Mal etwas anderes, das aber dennoch in diese Richtung geht: Palliativ-Pflege.

Auf Instagram (was natürlich eine höchst zuverlässige Quelle ist :nerd: ) bin ich auf ein Mädchen aus den UK aufmerksam geworden, das unter diversen psychischen Erkrankungen leidet. Nebst Depressionen und der Borderline-Persönlichkeitsstörung (welche ja nicht heilbar sein soll), leidet sie unter starker Magersucht und wird seit Monaten über einen Nasenschlauch ernährt. Mittlerweile ist sie nicht mehr im lebensbedrohlichen Gewicht, aber dennoch psychisch einfach nicht in der Lage, eigenständig (feste) Nahrung aufzunehmen. D.h. dass sie, wenn man diese Zwangsmaßnahme aktuell unterbrechen würde, vermutlich in nicht allzu langer Zeit daran sterben würde. Natürlich ist dieser Schlauch für sie eine Qual und sie hat bereits mehrere Therapien durchgemacht, die ihr aber allesamt bisher nicht helfen konnten. Jetzt ist es zu dem Punkt gekommen, dass sich so gut wie alle weiteren Kliniken weigern, sie noch aufzunehmen und zu behandeln, weil die Probleme angeblich zu schwerwiegend sind bzw. zu viele Risiken bergen. Eine einzige Klinik hat sich noch bereit erklärt, ihr (erstmal befristet) stationäre Therapie zu geben; doch wenn sie innerhalb von ein paar Wochen keine deutlichen Fortschritte machen sollte (oder gar wieder Rückschritte erforderlich sind: bspw. "Fütterung" über Nacht während sie stark sediert ist, damit sie den Schlauch nicht rausziehen kann), wird sie in die Palliative Care übergeben. Dann geht es nur noch darum, ihr ihre letzten Tage möglichst leidensfrei und "nett" zu machen. Bis sie dann halt tot ist.

Das habe ich so noch nie zuvor irgendwo gehört. Also... palliative Pflege/Medizin bei psychisch Erkrankten. Gibt's das auch schon in Deutschland und wird das einfach nur möglichst "geheimgehalten", damit nicht jeder 14-jährige Teenager mit (einmaligem) Suizidgedanken auf die Idee kommt, das in Anspruch zu nehmen? Ich meine, es ist ja auch eben keine direkte Sterbehilfe. Es ist.. anders.

Was würdet ihr davon halten, wenn es sowas hier gäbe?
In welchen Fällen wäre das evtl. angebracht?
Wie kann man psychisch Erkrankten überhaupt einen "angenehmen Lebensabend" gewähren?

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Weiblich 
BeitragVerfasst: Mi 26. Jul 2017, 12:12 
Pinkie Pie
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Mich würde der Instagram Name des besagten Mädchens mal interessieren.

Grundsätzlich kenne ich aber auch einen (tendenziell) ähnlichen Fall, in dem die Ernährung über Magensonde irgendwann "aufgegeben" wurde und das Mädchen in eine...Einrichtung? gebracht wurde, in der sie mit Unterstützung so viel gegessen hat, wie es eben möglich war und wo sie dann auch an ihrer Erkrankung gestorben ist.

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I'm scared to get close and I hate being alone
I long for that feeling to not feel at all
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Männlich 
BeitragVerfasst: Di 3. Okt 2017, 14:33 
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Rônin
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Minibildchen

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Das Thema der passiven Sterbehilfe wird natürlich auch ne Ecke komplexer, wenn wir evtl. plötzlich deutlich höhere Chancen haben, Leute aus nem Koma zu wecken. Die Frage, bis wann man wartet, wird dann noch schwerer als jetzt bereits. Auch jetzt passiert es ja selten mal, dass Leute nochmal großteilig unbeschadet aufwachen, nachdem erfahrene Docs dies bereits ausgeschlossen hatten.

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Männlich 
BeitragVerfasst: Di 12. Feb 2019, 00:08 
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Rônin
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Minibildchen

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Anti-Sterbehilfe und Anti-Abtreibung folgen ja essentiell demselben, gesellschaftlich tief verankerten Grundsatz - die Erhaltung von Leben ist bedeutend wichtiger als die Erhaltung von Lebensqualität. Das Kind ist geboren; jetzt ist es egal und kann in nem Waisenhaus siechen. Der Patient darf keine Sterbehilfe einfordern; jetzt ist er egal und kann im Bett siechen. Das ist auch das erste, was einem bei selbstmordgefährdeten Personen normalerweise einfällt - "Tu es nicht". Rest egal. Ich hab geholfen.
In der Hinsicht sind diese Einstellungen eher wahnsinnig lebensfeindlich, aber ich denke, die Ironie war den meisten eh schon klar.

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