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Aktive und passive Sterbehilfe
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Autor:  Hazard [ Mi 8. Jul 2015, 01:35 ]
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Aber du stellst nicht gerade eine psychische Erkrankung mit einer körperlichen gleich, oder? Normale Verständnisfrage.

Autor:  Latias [ Mi 8. Jul 2015, 01:40 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragHazard hat geschrieben:
Aber du stellst nicht gerade eine psychische Erkrankung mit einer körperlichen gleich, oder? Normale Verständnisfrage.


Genau das ist es, was ich wissen wollte. Leprechaun hat anscheinend keine Antwort darauf.


Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich mich auf Belgien, den Artikel oder die Frau im Artikel beziehe. Ich habe nur den Gedanken in den Raum geworfen, wie man messen will, ob jemand "genug" psychisch krank ist, um Sterbehilfe zu bekommen. Anscheinend hast du mich falsch verstanden.

Autor:  Brexpiprazole [ Mi 8. Jul 2015, 01:44 ]
Betreff des Beitrags: 

Ich stelle eindeutig klar, dass man nicht eines als weniger "schlimm" ansehen sollte, aufgrund der Kategorie, zu der es gehört. Schizophrenie ist beeinträchtigender als ein Schnupfen; Skorbut ist beeinträchtigender als ein milder Tic.
Und oft verschwimmt die Einteilung ja auch; Alzheimer ist z.B. ne sich psychisch äußernde Erkrankung, die sehr ernst genommen wird - hier wissen die meisten auch, dass dabei auch physische Vorgänge im Körper stattfinden. Wie bei der Depression haste auch hier eine Neurodegeneration. Ich denke, du kennst dich im medizinischen Bereich gut genug aus, um den Unterschied zwischen Tumblr-Mädels und ner klinischen, hochgradigen Depression zu kennen.

//Latias, ich bin übrigens sehr wohl auf die Frage mit der Messung eingegangen. Ein Kernspintomograph eignet sich z.B. dafür; gemessen wird hier der Gehalt an Serotonin, Noradrenlin und γ-Aminobuttersäure im Hirn. Bei einem Depressiven sind die Werte erheblich von der Norm abweichend.

Autor:  Latias [ Mi 8. Jul 2015, 01:47 ]
Betreff des Beitrags: 

Wer hat jetzt nochmal gesagt, welche Krankheit schlimm oder nicht schlimm ist?


Ich habe gefragt, bei welchen Personen, die zum Psychologen gehen, TATSÄCHLICH eine Messung DURCHGEFÜHRT wird. Vermutlich bei fast keinem. Also kann man als Außenstehender auch nicht eindeutig sagen, ob und wie schwer jemand Depressionen hat.

Autor:  Brexpiprazole [ Mi 8. Jul 2015, 01:52 ]
Betreff des Beitrags: 

Auch darauf habe ich geantwortet. Spätestens, wenn du dir Antidepressiva holst, muss klar sein, welches du brauchst. Dafür nimmt der Psychiater z.B. Blut ab oder schickt dich unter den MRT - darauf kann man aber auch zuvor bestehen. Du hast dann genaue Werte.
Übrigens sind auch die "normalen" Untersuchungen nicht unzuverlässig; die Diagnose kommt ja normalerweise erst nach mehreren Besuchen über einen gewissen Zeitraum hinweg. Nicht einfach so, und die Leute da sind ja keine Idioten.
Also wie gesagt, ist auch so zuverlässig; spätestens ab ner Messung absolut.

Übrigens geht es hier halt doch um Sterbehilfe, nicht um Depression allgemein - es wäre also schön, wenn sich irgendwer für den aktuellen Fall der Belgierin begeistern würde, bei der wie gesagt keine Zweifel bestehen.

Autor:  Jelena [ Mi 8. Jul 2015, 08:35 ]
Betreff des Beitrags: 

Sicher? Psychiater, die Laborparameter bestimmen lassen oder ein MR veranlassen? Sowas gibt es? :laugh:

Autor:  Brexpiprazole [ Mi 8. Jul 2015, 08:43 ]
Betreff des Beitrags: 

Ja; im Zweifel gehste halt zum Neurologen. Hatte vorhin noch ein paar Erfahrungsberichte gelesen. Punkt ist - Klinische Depression ist kein Fantasiegebilde, etwas anderes als Tumblr-Geheule und basiert auf messbaren, nicht selbst zugefügten, physischen Ungleichgewichten, Antidepressiva werden nicht auf Verdacht verschrieben, niemand wird auf Verdacht euthanasiert.
Aber hat tatsächlich keiner Interesse an ner Diskussion über Sterbehilfe; gar nicht?

Autor:  Jelena [ Mi 8. Jul 2015, 08:55 ]
Betreff des Beitrags: 

Ehrlich, habe das in all den Jahren nie erlebt, auch auf keiner Neurologie. Halte das für ein Gerücht bis seltener Einzelfall. Abgesehen davon, dass die meisten Psychopharmaka von nicht-Psychiatern verschrieben und dosiert werden.

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Autor:  Brexpiprazole [ Mi 8. Jul 2015, 09:05 ]
Betreff des Beitrags: 

Du hast die Zusammenfassung des eigentlichen Punktes zum Thema Depression einen Post über dir gelesen und wirst sie bestätigen können - das wäre hilfreich. Auch kannst du bestätigen, dass auch eine normale Diagnose üblicherweise zuverlässig ist - auch das wäre hilfreich, denn es wird mir nicht ganz geglaubt.

Als Arzt ist man doch schwachsinnig, wenn man eine untressige Reanimation nicht versucht; damit schadet man sich doch selbst, spätestens wenn die Angehörigen keifen.

Autor:  Jelena [ Mi 8. Jul 2015, 09:21 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragLeprechaun hat geschrieben:
Als Arzt ist man doch schwachsinnig, wenn man eine untressige Reanimation nicht versucht; damit schadet man sich doch selbst, spätestens wenn die Angehörigen keifen.


Nein. Jeder normale Oberarzt entscheidet sich in solchen Fällen verständlicherweise gegen eine Reanimation. Aber gut.

Autor:  Brexpiprazole [ Mi 8. Jul 2015, 09:29 ]
Betreff des Beitrags: 

Du siehst wichtige Punkte die ich mache, denen du zustimmst, und denen es helfen würde wenn sie von einer anderen Person mit Kenntnissen gestützt werden würden - schränkst dich aber darauf ein, kurze Widersprüche zu vereinzelten Punkten einzuwerfen, an denen du andere Erfahrungen gemacht hast.
Eine Diskussion muss nicht auschließlich daraus bestehen, zu widersprechen. Zu diesem Thema bestehen verständliche Kenntnislücken; wenn diese aufgeklärt werden, ist Backup hilfreich. Und positiv.

"Warum ist mein Sohn tot" - "Weil ich mutwillig auf Wiederbelebung verzichtet habe, obwohl ich keinen Blassen hatte, wieso die Sauerstoffzufuhr weg war". Wie oft wird das gut aufgenommen?

Autor:  Jelena [ Mi 8. Jul 2015, 09:33 ]
Betreff des Beitrags: 

Bin unterwegs und nur mit dem Handy online, darum das kurz angebundene. Wenn ich mal am PC bin, kann ich mehr dazu schreiben.

Autor:  Latias [ Mi 8. Jul 2015, 09:49 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragJelena hat geschrieben:
Nein. Jeder normale Oberarzt entscheidet sich in solchen Fällen verständlicherweise gegen eine Reanimation. Aber gut.


Wäre wahrscheinlich besser, aber ich glaube, da liegt das Problem wirklich bei den Angehörigen und bei unterlassener Hilfeleistung, wenn man ihn sterben lässt, weil das hier Pflicht ist. Denke mal, dass auch Ärzte dafür zur Rechenschaft gezogen werden können..

Autor:  Wolfsblvt [ Mi 8. Jul 2015, 10:02 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragLatias hat geschrieben:
Denke mal, dass auch Ärzte dafür zur Rechenschaft gezogen werden können..

Natürlich können sie das. Dass Ärzte trotzdem gerne über so etwa stehen, ist nichts Neues. Und das kann positiv sein, oder eben auch negativ.

Ein Arzt ist auf jeden Fall dazu verpflichtet, Leben zu retten. Und wenn er weiß, dass man diese Person noch wiederbeleben kann, ohne dass sie Schäden (von der Wiederbelebung) davon trägt, dann liegt es in seiner Verantwortung genau das zu tun.
Andernfalls hätten wir auch eine sehr gefährliche Grauzone, die ich eigentlich nur ungern überhaupt sehen würde. Ärzte sollten nicht selbst über moralische Dinge, Leben und Tod, entscheiden dürfen.

Autor:  Latias [ Mi 8. Jul 2015, 10:38 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragWolfsblut hat geschrieben:
Natürlich können sie das. Dass Ärzte trotzdem gerne über so etwa stehen, ist nichts Neues. Und das kann positiv sein, oder eben auch negativ.

Ein Arzt ist auf jeden Fall dazu verpflichtet, Leben zu retten. Und wenn er weiß, dass man diese Person noch wiederbeleben kann, ohne dass sie Schäden (von der Wiederbelebung) davon trägt, dann liegt es in seiner Verantwortung genau das zu tun.
Andernfalls hätten wir auch eine sehr gefährliche Grauzone, die ich eigentlich nur ungern überhaupt sehen würde. Ärzte sollten nicht selbst über moralische Dinge, Leben und Tod, entscheiden dürfen.


Ich finde das auch nicht richtig. Zumal unterlassene Hilfeleistung auch für "normale Bürger" als eine Straftat gilt, für die man sich verantworten muss. Ich fände es nicht ok, wenn Ärzte davon ausgenommen werden würden.
Zumal sie vermutlich immer noch den Gedanken im Kopf haben, dass Menschen, die sich wirklich umbringen wollen, das auch alleine machen.

Ich würde auch niemandem aktive Sterbehilfe geben, selbst, wenn es nicht "auffallen" würde. Anders ist es, wenn ein Mensch, den ich liebe, schwer krank wäre und sterben möchte. Ein Familienmitglied, das ich liebe, würde ich durchaus in die Schweiz oder in andere Länder bringen, in dem es diese Hilfe in Anspruch nehmen könnte. Das wäre zwar sehr schlimm für mich, aber ich glaube, man muss aus Liebe manchmal Dinge machen, die einen selbst zerreißen.

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