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Gewalt in der Erziehung - "Harmlose Ohrfeigen"
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Seite 7 von 8

Autor:  Phreya [ So 6. Mai 2018, 17:42 ]
Betreff des Beitrags: 

"Das weiße Band" - ein Film über evangrlische Christen, der deutlich macht, weshalb Katholiken mit ihrer Beichte doch ganz gut dran sind / waren. Wer seine Sünden nicht einfach Gott erzählen kann, muss halt bestraft werden; durch fremde oder durch eigene Hand.

Autor:  Bubble [ Mo 12. Nov 2018, 01:09 ]
Betreff des Beitrags: 

Es gibt keine „harmlose Ohrfeige“.

Autor:  Wolfsblvt [ Mo 12. Nov 2018, 01:28 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragBubble hat geschrieben:
Es gibt keine „harmlose Ohrfeige“.

Wieso denkst du so?

Autor:  Bubble [ Mo 12. Nov 2018, 01:31 ]
Betreff des Beitrags: 

Gewalt ist für mich nie harmlos. Und das, was man dem Kind damit vermittelt, ist auch alles andere als harmlos.

Autor:  Brexpiprazole [ Sa 18. Dez 2021, 23:31 ]
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Echte Kampagne in Tirol, keine Parodie oder Bearbeitung.
"Bisher habe ich mich manchmal sehr schlecht gefühlt, wenn ich mein Date vergewaltigt habe, aber nachdem ich mir helfen lasse habe kann ich nun damit umgehen"

Autor:  Amethystsearcher [ Di 4. Jan 2022, 21:41 ]
Betreff des Beitrags: 

Kannst du mit deinem Kind Dinge logisch reden? Nein? Wieso haust du es dann?
Kannst du mit deinem Kind logisch reden? Ja? Wieso haust du es dann?


Verestehe nicht wie Leute Gewalt an Erwachsenen schlimm finden, bei einem schutzbefohlenen Kind ists aber plötzlic ok.

Autor:  ~°deanna°~ [ Di 4. Jan 2022, 23:02 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragBrexpiprazole hat geschrieben:
Echte Kampagne in Tirol, keine Parodie oder Bearbeitung.
"Bisher habe ich mich manchmal sehr schlecht gefühlt, wenn ich mein Date vergewaltigt habe, aber nachdem ich mir helfen lasse habe kann ich nun damit umgehen"

mhhh, naja. wenn kinder geschlagen werden dann ja in der regel aus überforderung. und die scham drüber hält die eltern davon ab sich hilfe zu holen. so dumm find ichs nicht.

Autor:  Brexpiprazole [ Mi 5. Jan 2022, 03:16 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum Beitrag~°deanna°~ hat geschrieben:
wenn kinder geschlagen werden dann ja in der regel aus überforderung. und die scham drüber hält die eltern davon ab sich hilfe zu holen.
Das Szenario kommt mir unwahrscheinlich vor, gemessen an der Anzahl an Leuten, die im Internet geradezu damit angeben dass sie ihre Kinder noch erziehen "wie früher" und dass das noch nie wem geschadet hat.
Für viele Leute fühlt es sich einfach ziemlich geil an, einem schwächerem Lebewesen Leid zuzufügen. Grad auch wenn man sowas früher selbst auch abgekriegt hat; Cycle of Violence ist in der Psychologie ja durchaus ein Ding. Sowas mit sich selbst enden zu lassen ist im Normalfall eine sehr bewusste Entscheidung, die man irgendwann trifft.
Beim Plakat fand ich aber eher einfach die Formulierung lustig, klingt halt wie was von der Heute-Show.

Autor:  ~°deanna°~ [ Mi 5. Jan 2022, 07:47 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragBrexpiprazole hat geschrieben:
Das Szenario kommt mir unwahrscheinlich vor, gemessen an der Anzahl an Leuten, die im Internet geradezu damit angeben dass sie ihre Kinder noch erziehen "wie früher" und dass das noch nie wem geschadet hat.
Für viele Leute fühlt es sich einfach ziemlich geil an, einem schwächerem Lebewesen Leid zuzufügen. Grad auch wenn man sowas früher selbst auch abgekriegt hat; Cycle of Violence ist in der Psychologie ja durchaus ein Ding. Sowas mit sich selbst enden zu lassen ist im Normalfall eine sehr bewusste Entscheidung, die man irgendwann trifft.
Beim Plakat fand ich aber eher einfach die Formulierung lustig, klingt halt wie was von der Heute-Show.

kam mir weder im kindergarten, noch in der stationären jugendarbeit so vor. gut, manchmal wird erst noch n bisschen "hat mir auch nicht geschadet" vorgeschoben, aber eigentlich haben sich alle gewünscht einfach ne stinknormale familie zu sein. verschiedene umstände haben das halt erschwert. psychische und suchterkrankungen der eltern, finanzielle schwierigkeiten, viel auch einfach absolute unwissenheit über sowas wie entwicklungsstand. grade bei weniger gut situierten familen haben die schon echt druck von außen gespürt oder sich mindestens eingebildet, das muss jetzt klappen mit dem kind sonst isses weg.

natürlich gibts auch welche die einfach sadistische arschlöcher sind, ist mir aber in verschiedenen einrichtungen noch nicht untergekommen. und wenn du die, dies nicht sind, erreichen willst, dann am besten gleich nach der ersten handgreiflichkeit und mit unmenschlich viel fingerspitzengefühl. dem plakat nicht unähnlich, schon.

Autor:  Nymphe [ Mi 5. Jan 2022, 20:39 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragTransalpin hat geschrieben:
Solange man nicht maßlos zuschlägt, wie es leider viel zu viele tun, sondern es wirklich nur in kleiner Klaps ist, sehe ich auch keine Probleme dabei. Ich leb auch noch und weder ein Hassverhalten zu meinen Eltern noch habe ich bleibende Schäden (bis auf den angeborenen Dachschaden). Und Autoritätsprobleme hat gerade mein Vater sicher nicht.

Alter Post, aber weils vorhin Thema war:
Weißt du noch, in welchen Situationen du geschlagen wurdest?

Find aber auch das Argument "Es hat keine Schäden hinterlassen" merkwürdig. Bei Erziehungsmaßnahmen sollte es doch nicht nur darum gehen, ob sie schaden oder nicht, sondern ob sie helfen und zusätzlich auch nicht schaden.

Autor:  ~°deanna°~ [ Mi 5. Jan 2022, 21:11 ]
Betreff des Beitrags: 

ich kenn viele die sagen die schläge als kind hätten ihnen nicht geschadet und keinen einzigen beim dems stimmt :D


ich kann absolut verstehen, dass einem seine kindheit heilig ist und man nicht will dass das was war. aber ich glaube, man kann da irgendwie n mittelweg finden. ich glaub zumindest, dass ich bei mir die misshandlungen die mir widerfahren sind als solche sehen zu können und trotzdem gerne an meine kindheit und die vielen schönen sachen zurück denken kann. also zumindest bin ich da irgendwie auf nem guten weg. nur weil eltern fehler gemacht haben, heißt das ja nicht, dass alles schrott war. aber das fällt irgendwie vielen schwer auszuklamüsern. ist ziemlich schade.

Autor:  Nymphe [ Mi 5. Jan 2022, 21:24 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum Beitrag~°deanna°~ hat geschrieben:
ich kenn viele die sagen die schläge als kind hätten ihnen nicht geschadet und keinen einzigen beim dems stimmt :D

Inwiefern hats denen denn geschadet?

Ich wurde als Kind nie geschlagen, aber es wurde mir schon ein paar Mal angedroht und das hat definitiv schon Spuren bei mir hinterlassen.

Autor:  Maxorata [ Mi 5. Jan 2022, 21:30 ]
Betreff des Beitrags: 

Jahre später habe ich meine Mutter gefragt, ob sie bei ihrer Arbeit im Supermarkt auch mal überfordert war. War sie.
Hat sie da auch zugeschlagen?
"Nein, DAS geht ja nicht"

Das mildeste, was ich über meine Mutter sagen kann ist, daß sie mich geschlagen und geprügelt hat weil es so einfach war, ich ihr Besitz war
und sie genau wusste, daß sie dafür keine Konsequenzen befürchten musste.

Hallo, übrigens!

Autor:  ~°deanna°~ [ Mi 5. Jan 2022, 22:04 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum BeitragNymphe hat geschrieben:
Inwiefern hats denen denn geschadet?

oh ganz unterschiedlich. meistens geringes selbstwertgefühl, die einen sind mega biestig, nehmen vieles als angriff auf, andere so ganz klassisch daddy issues, also von typen ca so behandeln wie von papa. viel unsicherheit und dadurch halt eher zurückgezogen oder selbst aggressiv. unterschiedlich ausgeprägt, aber nicht unbedingt am stärksten ausgeprägt bei dem der an heftigsten geprügelt wurde. gibt ja auch noch psychische gewalt, weiß man ja nicht was da noch so war, da weiß ich irgendwie nicht so gut bescheid. da wird irgendwie noch weniger drüber geredet, kanns nur erahnen.

Autor:  Brexpiprazole [ Do 6. Jan 2022, 03:03 ]
Betreff des Beitrags: 

Zum Beitrag~°deanna°~ hat geschrieben:
kam mir weder im kindergarten, noch in der stationären jugendarbeit so vor. gut, manchmal wird erst noch n bisschen "hat mir auch nicht geschadet" vorgeschoben, aber eigentlich haben sich alle gewünscht einfach ne stinknormale familie zu sein.
Ich hab auch schon mit Brennpunkt-Kindern gearbeitet - ich find hier für nen Querschnitt tatsächlich aufschlussreicher, primär auf Zeug wie Facebook zu schauen. Das ist halt ne Plattform, wo vor allem Leute 40+ aus allen Ecken der Gesellschaft unterwegs sind, und die reden da auch alle wirklich sehr offen. Unter jedem Post, der auch nur ansatzweise was mit Ausländern zu tun hat, tippen die Leute quasi ungeniert ihre Version von 'Mein Kampf' ab. Ebenso hast du halt unter jedem Post, der was mit Gewalt gegen Kinder zu tun hat, unzählige Leute, die sich über heutige "politische Korrektheit" lustig machen, und nichts darf man mehr, scheiß Gendergaga, und bei mir wird alles noch so gemacht wie früher. Nymphe zitiert Transalpin; du siehst das ja sogar hier im Thread - "Hat mir auch nicht geschadet" kommt selbst hier im Forum von ganz normalen Usern.
Weil das einfach die normale Ansicht zu dem Thema ist; hat man ne andere Ansicht, ist man in der Minderheit. Das kommt nicht nur in Brennpunkt-Familien vor die sich wünschen stinknormal zu sein; seine Kinder physisch zu bestrafen ist einfach stinknormal.

Das ist auch außerhalb von Facebook-"Recherche" greifbar; wenn du Umfragen durchführst, geben an die Hälfte der Leute zu, dass sie das machen. https://www.sueddeutsche.de/leben/studi ... -1.1306909
Das heißt halt offensichtlich, dass die Zahl in der Realität noch ne Ecke höher ist. Zugestanden, in dem Link steht auch, dass die meisten Eltern angeben, dass sie das nicht gerne machen, aber irgendwie kommt mir das wie Hohn vor. Kaum einer würde das Gegenteil behaupten, das wäre ja dämlich.
Um es gut zu finden sich ein bisschen an Schwächeren auszulassen, muss man auch kein sadistisches Arschloch sein; ich würde auch da behaupten, dass das sehr verbreitet ist. Bzw. klar muss man das dafür sein, aber die Bezeichnung trifft dann einfach auf einen Großteil der Menschen zu. Da reicht es ja schon sich anzuschauen, wie viele Leute gerne mal unhöflich zu Servicepersonal sind, weil die sich halt nicht wehren können. Mal Frust ablassen tut gut.
Das hat dann auch selten was mit Hilflosigkeit oder dergleichen zu tun. Die Vorstellung existiert ja auch bei Kindern, die andere Kinder mobben - die machen das, weil es ihnen schlecht geht und weil sie kein Selbstwertgefühl haben oder whatever. In der Realität ist halt das Gegenteil der Fall.
https://www.washingtonpost.com/archive/ ... fd651fa56/
Kinder, die andere Kinder mobben, sind meist beliebt, haben ein hohes Selbstwertgefühl und haben später vermutlich auch ne bessere Karriere und ein glücklicheres Leben als ihre Opfer. Sie sind auch deutlich weniger anfällig für psychische Probleme. Ist ungerecht, aber ist halt so. Das ist auch problemlos auf Erwachsene übertragbar. Wer andere quält macht das eigentlich kaum aus Hilflosigkeit, und meistens fühlt derjenige sich auch gut dabei.
Das Kind, das dich in der Grundschule ständig gemobbt hat, ist heute glücklicher als du es je sein wirst. Und es schlägt wahrscheinlich seine eigenen Kinder.
Zum Beitrag~°deanna°~ hat geschrieben:
ich kenn viele die sagen die schläge als kind hätten ihnen nicht geschadet und keinen einzigen beim dems stimmt
Absolut true halt. Rein wissenschaftlich ist die gegenteilige Annahme ja auch absurd; alles was in deiner Kindheit passiert, beeinflusst das sich noch entwickelnde Gehirn. Gewalt ist negativ, und negative Erlebnisse beeinflussen das sich noch entwickelnde Gehirn negativ. Man muss ja nicht gleich PTSD entwickeln; es reicht ja schon ne leicht höhere Anfälligkeit für Probleme bei der Beziehungsbildung.
Zum Beitrag~°deanna°~ hat geschrieben:
und wenn du die, dies nicht sind, erreichen willst, dann am besten gleich nach der ersten handgreiflichkeit und mit unmenschlich viel fingerspitzengefühl. dem plakat nicht unähnlich, schon.
Ich frag mich, wie oft es in der Realität schon passiert ist, dass jemand aufgrund von Argumenten damit aufgehört hat, seine Kinder zu schlagen. Ich mein klar, sicherlich häufiger als gar nicht.

Ich glaub absolut, dass es wirklich, wirklich viele Leute gibt die ihre Kinder aus Hilflosigkeit schlagen - aber ich gehe trotzdem davon aus, dass Leute, die es einfach tun weil sie das als normal vermittelt bekommen haben, deutlich in der Mehrheit sind. Die fühlen sich dann auch nicht hilflos, weil sie halt denken dass es sich hierbei um eine normale, gesunde Erziehung handelt. Ist ja schlussendlich einfach konservatives Denken; die meisten Menschen denken konservativ. Infos, die diesem Denken widersprechen, sind dann eine unprovozierte Attacke auf die eigene Kultur und Identität.

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