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Dürfen Witze alles?
Ja, Humor sollte alles dürfen 50%  50%  [ 18 ]
Nein, Witze sollten gewisse Grenzen nicht überschreiten 50%  50%  [ 18 ]
Abstimmungen insgesamt : 36
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BeitragVerfasst: Di 11. Apr 2017, 23:52 
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Leprechaun
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Die Kampagne hat einen fetten, politisch korrekten Shitstorm gespawnt. Ich finds klasse.
Der Laden hat seither einen tausendfach größeren Bekanntheitsgrad.

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BeitragVerfasst: Fr 19. Mai 2017, 20:28 
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Wieso denken Spitzenpolitiker so oft, dass sie ein Recht darauf hätten, nicht beleidigt zu werden?
Ernsthaft jetzt; "Person des öffentlichen Lebens" macht als Klassifikation schon Sinn. Man bekommt diverse neue Privilegien, aber muss halt auch fressen, dass andere Privilegien zeitgleich verschwinden.

Colbert ist grandios; sein Bush-Roast (Im selben Raum mit Bush) bleibt unvergessen.
https://www.youtube.com/watch?v=2X93u3anTco

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BeitragVerfasst: So 21. Mai 2017, 15:15 
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Zum BeitragLeprechaun hat geschrieben:
Die Kampagne hat einen fetten, politisch korrekten Shitstorm gespawnt. Ich finds klasse.
Der Laden hat seither einen tausendfach größeren Bekanntheitsgrad.


Möglicherweise haben die Verantwortlichen ja sogar damit gerechnet.
Eine Art von Marketing


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BeitragVerfasst: Sa 27. Mai 2017, 15:11 
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Neulich unter einem Witz über den Anschlag in Manchester gelesen, dass es noch zu früh für Witze sei.
Ab wann sind Witze darüber okay?

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BeitragVerfasst: Sa 27. Mai 2017, 15:59 
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BeitragVerfasst: Mi 7. Jun 2017, 14:07 
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Leprechaun
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Zum BeitragTyra hat geschrieben:
Möglicherweise haben die Verantwortlichen ja sogar damit gerechnet.
Eine Art von Marketing
Jeder, der nicht völlig verblödet ist, weiß, dass so ein Plakat diverse Leute tierisch anpissen wird.
Aufmerksamkeit beschafft man sich auf jeden Fall - virale Verbreitung kann man im Zweifel geheim selbst lostreten, indem man so tut, als wäre man eine der Personen, die sich darüber aufregt. Als Taktik ist das aber sicher riskant. Man kann vorher nicht wissen, ob die Zahl neu angelockter Kunden größer ist als die Zahl der bisherigen Kunden, die nen Boykott ausrufen werden, und Protestierer vor dem Laden nerven ebenfalls.
Zum BeitragKiiirsCh hat geschrieben:
Neulich unter einem Witz über den Anschlag in Manchester gelesen, dass es noch zu früh für Witze sei.
Ab wann sind Witze darüber okay?
"Ab sofort" ist die korrekte Antwort. Extrem frühe Witze sind oft die besten; während die Leichen noch warm sind.
Ab wann Witze politisch korrekt werden, ist ne andere Frage. Da gibt es keine allgemeine Grenze; es kommt v.a. auch darauf an, wie gebildet die Leute bezüglich des Themas sind. Unter Napoleon starben bis zu 7 Millionen Menschen; über Napoleon und seine Kriege darf man Witze machen. Die Titanic sank erst vor ca. 100 Jahren; Titanic-Eisberg-Witze stehen teilweise selbst in Witzebüchern für Kinder. Beim Untergang sind ca. 1.500 Leute gestorben, und zwar teilweise verdammt langsam und qualvoll. Viele wissen nichtmal, dass der Titanic-Film auf nem realen Vorfall beruht, und das ist kein Scherz.
Witze über den Holocaust und dergleichen sind gesellschaftlich absolut nicht akzeptiert.
Witze über Bin Laden und seinen Terror allgemein schon, Witze über 9/11 spezifisch nicht.

Würde mal behaupten, dass man spätestens nach 100 Jahren fast immer safe ist; Holocaust-Witze werden da aber vermutlich ne Ausnahme sein.
Zeug wie der Anschlag auf das Grande-Konzert in Manchester ist halt so ne Sache - da kann man nur jetzt drüber Witze machen. In fünf Jahren hat das keiner mehr wirklich im Gedächtnis, außer halt man kannte da Leute oder wohnt in der Nähe. Bringt man zu der Zeit nen Witz darüber, rallt erst keiner, worüber man redet - dann denken die Leute kurz nach, es fällt ihnen wieder ein, und sie können nur noch sagen "Ah, ach so".

Kommentierender Humor ist nur dann nennenswert, wenn Leute sich drüber aufregen.

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BeitragVerfasst: Mo 23. Okt 2017, 18:50 
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Sind R*pe Jokes okay?

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BeitragVerfasst: Mo 23. Okt 2017, 21:47 
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Witze sind Witze, weil man sie nicht ernst nehmen soll. Davon ausgehend würde ich sagen, dass es zuerst einmal wichtig ist, dass es sich tatsächlich um einen Witz handelt und nicht um verdeckten Rassismus oder ähnliches. Danach folgt für mich: Die Angemessenheit. So mache ich in einer Synagoge keine Witze über Juden, auf Beerdigungen keine über Tote und auch auf einer Frauenkonferenz keine über Frauen oder Blondinen. Das hat für mich mit Anstand und Respekt der Einrichtung bzw. der Zusammenkunft zu tun. /Meinung

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Jeder hat ein Recht auf meine Meinung


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BeitragVerfasst: Fr 27. Okt 2017, 17:31 
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Zum BeitragLexy123 hat geschrieben:
So mache ich in einer Synagoge keine Witze über Juden, auf Beerdigungen keine über Tote und auch auf einer Frauenkonferenz keine über Frauen oder Blondinen.
Ich bin tendenziell auch der Ansicht, dass man keine anwesenden Personen absichtlich durch Witze verletzen sollte, außer sie haben es verdient - ich bin wiederum aber auch der Ansicht, dass wir uns als Gesellschaft weiterentwickelt hätten, wenn man überall jeden Witz machen könnte, ohne dass irgendjemand Anstoß nimmt. Wie schlecht wir aktuell darin noch sind, merkt man z.B. daran, dass derzeit jeder einzelne Kommentar von Niels Ruf in 1000 Clickbait-Artikeln zerrupft wird. Bzw. ist das Problem eher, dass es Leute gibt, die mediale Hetzjagden in dem Fall nicht energisch ablehnen, einfach weil sie die Witze entweder nicht schnallen oder schlicht nicht lustig finden.
Auch schadhaft ist dieses (unbewusst) weit verbreitete Gedankenset "Humor hört dann auf akzeptabel zu sein, wenn er gegen mich geht".

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BeitragVerfasst: Fr 20. Apr 2018, 23:24 
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ZUM GEBURTSTAG VON HITLER: WER HAKENKREUZ TRÄGT, KOMMT GRATIS INS THEATER
AUFFÜHRUNG VON "MEIN KAMPF" IN KONSTANZ: KULTURBÜRGERMEISTER FÜRCHTET RECHTSRADIKALE BESUCHER


Konstanz - Die geplante Verwendung von Hakenkreuz-Symbolen während einer Theateraufführung von George Taboris "Mein Kampf" in Konstanz stößt beim Kulturbürgermeister der Stadt auf Kritik.
"Die Aktion ist offenbar durch die Kunstfreiheit gedeckt, der Intendant ist ausgewiesener Jurist. Aber hier werden Grenzen in verantwortungsloser Weise überschritten, die auch im Namen der Kunst nicht überschritten werden dürfen", sagte Andreas Osner.
Das Theater will Besuchern, die sich verpflichten, während der Vorstellung im Saal ein Hakenkreuz-Symbol zu tragen, freien Eintritt gewähren. Wer eine Karte kaufe, könne dagegen einen Davidstern als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft tragen. Der Davidstern steht als Symbol des Judentums. Inszeniert wird das Stück von Regisseur Serdar Somuncu, die Premiere ist am Freitag (20. April). George Taboris Werk "Mein Kampf" ist laut Theater eine Karikatur der früheren Jahre Adolf Hitlers.
"Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passieren könnte, wenn Besucher aus dem rechten Spektrum die Aufführung okkupieren und die Inszenierung mit den nationalsozialistischen Armbinden für sich ausschlachten", sagte Osner weiter. Nach Angaben des Theaters gab es bereits zahlreiche Anfragen für Freikarten. Bei den 14 Vorstellungen sollten aber jeweils nur eine Handvoll Menschen mit Freikarte dabei sein. Zudem seien Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.
Die Freikarten-Idee hatte bereits im Vorfeld für Kritik gesorgt - ebenso wie die Tatsache, dass das Premierendatum auf den Geburtstag von Adolf Hitler fällt. Unter anderem hatte die Deutsch-Israelische Gesellschaft in der Bodensee-Region zum Boykott des Stückes aufgerufen.
Das Theater teilte daraufhin mit, dass Zuschauer, die das Datum als Provokation empfänden, die Karten umtauschen könnten.

https://www.tag24.de/nachrichten/konsta ... ter-532578

"Ist offenbar durch die Kunstfreiheit gedeckt" - grr, was für ein unangenehmer Scheiß aber auch, diese Freiheit.
Somuncu ist Deutschlands letzter wirklich nennenswerter nichtmusikalischer Künstler.
Was haltet ihr davon? Ich habe das btw nur mangels Alternativen hier gepostet; es handelt sich nicht um nen Witz, sondern um nen Kommentar.

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BeitragVerfasst: So 6. Mai 2018, 16:37 
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Zitat:
die Simpsons müssen endlich sterben, South Park und Family Guy ebenfalls. RIP.
wir können unsere Kids nicht weiterhin mit sexistischem und rassistischem, „schwarzen“ Humor großziehen und uns dann wundern, wenn sie zu unsensiblen Fuckboys werden, die lachend Nazi-Memes teilen.

Quelle: https://twitter.com/SuzieGrime/status/9 ... 5087448064

Sind Zeichentrickserien Schuld daran, dass Kids zu unsensiblen Fuckboys werden?

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BeitragVerfasst: So 20. Mai 2018, 18:17 
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Ich war lange einer der Leute, die meinten, dass Die Simpsons schon lange ihren Zenit überschritten hatten - aber die Tatsache, dass Die Simpsons jetzt zum ersten mal seit 20 Jahren wieder provokant sind, heißt, dass die Serie gerade jetzt absolut nicht enden darf, weil sie nun wieder gesellschaftlich relevant ist.
Umso mehr, weil einer der provokanten Aspekte interessanterweise einer ist, der seit 29 Jahren enthalten ist und nie zuvor als provokant wahrgenommen wurde.
Außerdem fuck off Rowling und Konsorten; ironischer Faschismus ist wichtig.

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BeitragVerfasst: Mi 12. Aug 2020, 20:52 
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Spoiler: Lisa Eckhart - Die heilige Kuh hat BSE - Mitternachtsspitzen | WDR


Aufgrund von Sicherheitsbedenken wurde Lisa Eckhart von einem Literaturfestival ausgeladen. Unter anderem stand im Raum, die Kabarettistin würde rassistische Witze machen. Nun meldet sie sich selbst zu Wort.

Hier Vorwürfe von Rassismus und Antisemitismus, von Homophobie und Anti-Feminismus. Dort wird sie gefeiert: Fans sagen, sie würde auf der Bühne Probleme aufzeigen, die in der Gesellschaft nach wie vor vorhanden sind. Mit "Wortwitz vom Feinsten", wie jemand zu einem ihrer Auftritte auf YouTube schreibt, auch als "köstlich-genial" wird sie bezeichnet. Auf Twitter wiederum ist als Reaktion auf ihren abgesagten Termin in Hamburg unter anderem zu lesen: "Rassismus ist nicht witzig, Rassismus ist kein Witz." Oder dass ihr "'Humor' zutiefst antisemitisch und rassistisch" ist. Lisa Eckhart polarisiert.
"Teilweise boshaftes Missverstehen"

Nun hat die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart Vorwürfe von Kritikern, sie bediene sich antisemitischer und rassistischer Klischees, deutlich zurückgewiesen. "Es gibt teilweise ein boshaftes Missverstehen", sagte Eckhart. Bei manchen scheine es einen klassisch konditionierten Reflex zu geben, auf Reizworte zu reagieren. "Wie geht man mit Antisemitismus und Rassismus um? Erhebt man sie zum Tabu oder degradiert man sie zum Witz? Ich bin immer auf der Seite des Humors", so Eckhart.

Eckhart würde es begrüßen, wenn ihr Fall eine größere Debatte anstieße. Die Kultur sei von rechts und links unter Beschuss. Viele Menschen könnten offenbar mit Kunst, die herausfordere, die Sicherheiten und "erleuchtete Sittlichkeit" infrage stelle, nicht mehr umgehen. "Warum wird auf dem Rücken der Kultur eine politische Korrektheit ausgetragen, die in der Politik ihren Platz hätte?" Während im Politischen die Grenzen des Sagbaren ausgeweitet würden, würden sie in der Kunst immer mehr beschränkt.

Satire werde immer schwieriger in einer Gesellschaft, die sehr darauf bedacht sei, Schmerzen und Kränkungen auszuradieren. "Eine Gesellschaft, die keinen Sinn mehr im Schmerz sieht, hat naturgemäß ein Problem mit Satire." Die jüngste Debatte werde keine Konsequenzen auf ihre Arbeit haben, meinte Eckhart. "Ich genieße Narrenfreiheit. Die gilt aber nur auf der Bühne." Sie sei grundsätzlich für einen respektvollen Umgang.
https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_88384002/lisa-eckhart-aeussert-sich-zu-rassismusvorwuerfen-boshaftes-missverstehen-.html


Der jüdische Witz ist frech, tieftraurigkomisch und manchmal derb, weil das Leid, das Juden über Jahrtausende immer und immer wieder erleiden mussten, sich so besser aushalten lässt. Und er ist selbstkritisch, denn wenn die Welt einem reflexartig alles vorwirft, was in ihr schiefläuft, dann kommt man dem im Witz zuvor, um emotional gewappnet zu sein.

Der jüdische Witz greift auch Vorurteile über Juden auf, aber der Witz über Juden suhlt sich in ihnen und macht sie zur eigentlichen Pointe. Ein Beispiel: “Warum haben Juden große Nasen? Weil Luft umsonst ist.“ Ich hoffe ernsthaft, Sie haben nicht gelacht. Zwei Vorurteile werden hier in einem miesen Witz über Juden verarbeitet: die Hakennase und der angebliche Geiz. Doch selbst über diesen Witz kann man lachen, wenn ihn ein Jude erzählt. Denn der Erzähler macht sich so über die Vorurteile lustig.

Die Bühnenfigur Lisa Eckhart ist jedoch keine Jüdin. Sie macht in ihrem Programm Witze auf dem Niveau des Luft-Nasen-Witzes, nur etwas aktueller. Und ihr Publikum goutiert diese billigen Pointen, die sie auf Kosten der Juden, PoC, Homosexuellen und trans* Menschen sowie anderer Marginalisierter macht. Manche ihrer Fans behaupten, sie würde das tun, um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, etwa wie Sasha Baron Cohen mit seiner Figur Borat. Aber das ist Schönrederei. Denn ihrer Show fehlt die Distanz zur Figur. Der Spiegel wird zum Vergrößerungsglas.

Sie soll mit ihren rassistischen, antisemitischen und misogynen Flachwitzen auftreten, wo sie will. Will sagen, wo man sie will. Nur nicht durch öffentliche Gelder finanziert. Lisa Eckhart ist deswegen kein Opfer irgend einer Cancel Culture. Lisa Lasselsberger ist einfach nur genauso kritikunfähig wie ihre aufgescheuchten Fans, die jetzt “Zensur“ krächzen.
https://taz.de/Streit-ueber-Kabarettistin-Lisa-Eckhart/!5702242/


Was haltet ihr von dem Auftritt von Lisa Eckhart? Ist die Kritik gerechtfertigt und sinnvoll? Ist es ok oder problematisch als nicht Betroffener Witze über marginalisierte Gruppen zu machen?

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BeitragVerfasst: Mi 24. Nov 2021, 20:44 
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Zum BeitragKiiirsCh hat geschrieben:
Ist es ok oder problematisch als nicht Betroffener Witze über marginalisierte Gruppen zu machen?

Find ich ok. Hab auch nix dagegen, wenn jemand Witze über Vergewaltigung oder so macht.

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Männlich 
BeitragVerfasst: So 28. Nov 2021, 19:28 
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Jeder Minderheit hat das Recht darauf, das Witze über Sie gemacht werden.


Humor ist die Waffe der zivilisierten Welt

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Das Mädchen das du fett genannt hast? Sie starb an einer Überdosies Diätpillen... Das Mädchen das du hässlich genannt hast?
Sie brauchte Stunden für Makeup, weil sie hoffte, dass Menschen sie dann mögen. Den Jungen, den du ausgegrenzt hast? Er wurde genug daheim misshandelt.
Siehst du den Mann mit den hässlichen Narben? Er kämpfte für seine Heimat. Der Junge über den du dich lustig gemacht hast, weil er weinte? Seine Mutter ist tot.


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