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Männlich 
BeitragVerfasst: Mo 9. Sep 2019, 17:27 
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Im Falle meiner Mutter war es halt so, dass nur die ersten Physiostunden nach ihrem langen Krankenhausaufenthalt bezahlt wurden. Dann hieß es "wenn sie immernoch nicht wieder richtig laufen können, müssen Sie halt selbst zahlen". Die vorherigen zwei Monate Krankenhaus waren sicher nicht günstig, aber jemanden anschließend hängen zu lassen, ist auch nicht die Art, die man sich als jahrzehntelanger Einzahler wünscht.

Mein Vater hat immer wieder Knieprobleme und soweit ich weiß, hieß es vor einigen Jahren mal sinngemäß "für die einen Maßnahmen sind Sie zu alt und für die anderen zu jung, da können wir leider nichts machen".

Die Bürokratie ist auch herrlich... das eine Büro möchte noch Unterlagen haben, das zweite Büro schreibt einem, dass alles da ist und das dritte schickt kurz drauf einen Brief von wegen "uns fehlt noch was". Wenn man dann persönlich dort aufschlägt (Büro 4), weiß man von nichts, übergibt die mitgebrachten Sachen aber gerne an die zuständigen Stellen. Diese wiederum schreiben dann Wochen später nochmals, dass immernoch was fehlt...


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Männlich 
BeitragVerfasst: Mo 9. Sep 2019, 20:16 
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Man muss das tatsächlich differenziert betrachten. Das deutsche Gesundheitswesen ist zu schwach, aber bei weitem nicht so scheiße wie das der USA. Und sämtliche Schwächen des deutschen Gesundheitswesens, die ThomasK anführt, sind eigentlich offensichtliche Stärken - seine Kritik setzt also an den völlig falschen Stellen an. Transalpins Kritikpunkte sind inhaltlich ganz andere; die habe ich hier auch schon mehrfach gebracht.
Wenn das Zwei-Klassen-System weg wäre, wäre schon viel getan.

Der Post ging ohne jede Reaktion unter; ich heb den nochmal hervor:
Zum BeitragSeoman hat geschrieben:
Wenn es keine gesetzliche Krankenversicherung gäbe, hätte deine Logik aber ein entscheidendes Problem. Denn private Krankenkassen stellen bei Aufnahme nunmal Gesundheitsfragen. Die Möglichkeit, sich überhaupt zu versichern, wäre dann eines deiner "nicht steuerbaren Risiken", denn wenn ich schon Krank bin, würde ich ja keine mehr bekommen. Das ist übrigens ja der Kern einer privaten Krankenversicherung. Wer schon Krank ist, kommt nicht rein. Deswegen kann man günstige Beiträge nehmen oder bessere Leistungen anbieten.

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Männlich 
BeitragVerfasst: Di 15. Okt 2019, 15:37 
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Zum BeitragLeaa hat geschrieben:
In meiner Jugend wurde einem Kumpel den Eintritt in eine Klink verwehrt da er nicht die richtige Versicherung hatte. Mit einem frisch gebrochen Bein.

Tja, wenn er sich doch nur genug bewegt und gesund ernährt hätte..

Spaß beiseite. Wenn er wirklich die falsche Krankenkasse hatte, stand er wohl vor einer Privatklinik. Die hätten ihn sicher auch genommen, wenn er das ganze dann eben selbst bezahlt hätte. Also genau das, was hier von Thomas und dir mehr oder weniger gefordert wurde. Keine Versicherung, alles selbst zahlen. Man muss sich ja nur gesund ernähren und genug Sport treiben, dann passiert einem schon nichts. Und wenn man sich dann mal was bricht oder reißt, kann man ja einfach warten bis es von alleine heilt oder bezahlt es eben privat. Das wären amerikanische Verhältnisse.

Nur mal so nebenbei. Ich hab mir vor 2 Jahren etwa das Kreuzband gerissen. Bei einem Sportunfall (so gesehen, beim Versuch, mich genug zu bewegen und gesund zu bleiben). Als Privatpatient hab ich die Rechnung gesehen. 6 Opterationen, 4 Krankenhausaufenthalte, wochenlange Krankengymnastik, Medikamente. Alles in allem hat der Spaß meine Krankenversicherung 30.000 Euro gekostet. Und genau deshalb muss der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung ans Gehalt angepasst sein. Sonst könnten sich viele Gering- bis Normalverdiener oder auch Rentner keine Krankenversicherung und erst recht keine 30.000 Euro mehr für so einen dämlichen Kreuzbandriss leisten.

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BeitragVerfasst: Fr 18. Okt 2019, 19:06 
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Zum BeitragSeoman hat geschrieben:
Sonst könnten sich viele Gering- bis Normalverdiener oder auch Rentner keine Krankenversicherung und erst recht keine 30.000 Euro mehr für so einen dämlichen Kreuzbandriss leisten.


genau nur leider wurde von den Politikern mit dem Amerikanischen System geliebäugelt und eine 2 Klassengesellschaft geboren.
Das mit gesund ernähren und ein wenig Bewegung den Versicherungen sehr viel erspart worden wäre ist hoffentlich allen Klar.
Wie viele Kreuzbandrisse vs Kreislaufkrankheiten/Darmkrebse etc schätzt du denn?


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Männlich 
BeitragVerfasst: Mo 11. Nov 2019, 00:51 
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Alles klar?
Ich erwähne auch hier nochmal, dass der aktuelle deutsche Gesundheitsminister, Jens Spahn, ein professioneller Banker ist, der von der Pharmalobby gesponsort wird. Diverse Probleme im Gesundheits- und Pflegewesen bestehen deshalb, weil dieses System auf möglichst hohen finanziellen Profit hin optimiert wird.

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Männlich 
BeitragVerfasst: Di 18. Feb 2020, 19:40 
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Mit einer Totalabschaffung der privaten Krankenkassen würde das gesamte Gesundheitssystem, dessen Erhaltung zum sozialen Vertrag gehört, insgesamt deutlich runder laufen.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... a4d432fb76
Ich bin normal nicht unbedingt für eine Abschaffung der privaten Krankenkassen, aber harte Zahlen lügen halt nicht.

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Männlich 
BeitragVerfasst: Mi 26. Feb 2020, 14:39 
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Ich finde eigentlich nicht, dass die Zahlen sonderlich für die Abschaffung der PKV sprechen.

Zitat:
Gleiche man Ärzten die Honorarverluste aus, die ihnen ein PKV-Wegfall verursachen würde, geht die Simulation von einem um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte niedrigeren Beitragssatz aus. Dann würden GKV-Versicherte und ihre Arbeitgeber noch durchschnittlich um insgesamt 48 Euro im Jahr entlastet werden.


Wenn man bedenkt, dass da die Ersparnis der Arbeitgeber mit drin ist, würde der Versicherte also 2 Euro im Monat sparen. Im durchschnitt. Also die Besserverdiener eher 3, der Rest eher einen Euro. Die große Revolution wäre das in meinen Augen nicht.

Zudem geht die Studie davon aus, dass PKV-Patienten gesünder sind. Natürlich ist auch ein gewisses Maß an Gesundheit erforderlich, um überhaupt in die PKV aufgenommen zu werden. Was allerdings hier nicht berücksichtigt wird, ist die Tatsache, dass die meisten selbstständigen mit kleineren Wehwehchen nicht zum Arzt gehen, weil sie bei Erkältung, Übelkeit oder Ähnlichem keine Krankschreibung für den Chef brauchen (der sind sie ja selbst). Zudem überlegt man es sich bei einer Selbstbeteiligung eben auch zweimal, ob es jetzt wirklich nötig ist und reicht alle Rechnungen, die darunter liegen, ohnehin nicht ein. Ob die Zahlen also immer noch besser wären, wenn alle in die GKV gezwungen werden, wage ich zu bezweifeln.

Dass es fairer wäre, wenn alle die gleiche medizinische Versorgung bekommen, steht dagegen natürlich außer Frage. Ich denke aber nicht, dass man es sich so einfach machen kann, zu erwarten, dass alle Probleme der GKV damit vom Tisch wären und sie plötzlich im Geld schwimmt

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Männlich 
BeitragVerfasst: Mi 26. Feb 2020, 16:52 
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Zum BeitragSeoman hat geschrieben:
Ich denke aber nicht, dass man es sich so einfach machen kann, zu erwarten, dass alle Probleme der GKV damit vom Tisch wären und sie plötzlich im Geld schwimmt
Das ist ein Strohmann; sagte keiner. Unsere Ansichten zum Thema sind, da sie auf der Realität basieren, ähnlich, aber wir priorisieren andere Nuancen.
Rechne die Pro-Kopf-Beitragsersparnisse auf ein Jahr aufs ganze Volk hoch; die ganze Kohle ist jetzt essentiell für andere Aspekte des Gesundheitswesens benutzbar. Es ist natürlich logisch, dass ein System besser funktioniert, wenn es aus nur einem großen Topf schöpft, in den auch tatsächlich jeder zahlt.
Deutschland als Sozialstaat ist mit seinem Zwei-Klassen-Gesundheitssystem ohnehin eine interessante Ausahme; vermutlich v.a. deshalb, weil Deutschand geschichtlich bedingt noch immer eher ein konservativer Sozialstaat nach Bismarck ist - den Leuten wird genau so viel Wohlfahrt zugestanden, dass sie nicht revoltieren, aber keine Unze mehr. Funktioniert tatsächlich großteilig auch so. Wir beobachten aber halt auch die gegensätzlich liberalen Sozialstaaten wie Großbritannien und die sozialdemokratischen Sozialstaaten wie die skandinavischen Länder, in denen die Wohlfahrt viel mehr den Zweck erfüllt, dem Volk einen möglichst hohen Lebensstandard zu gewähren. Deutschlands Modell ist im Vergleich zum Nordischen Modell deutlich veraltet, und das äußert sich natürlich auch in mehr nachweisbaren Schwächen im Gesundheits- und Pflegewesen, recht weit voran am "Fachkräftemangel", der übrigens in eigentlich allen Bereichen einfach an zu schlechter Bezahlung liegt und daher ein politischer Mythos ist. https://www.zeit.de/arbeit/2020-02/fach ... uer-arbeit

Das Zwei-Klassen-System der Krankenkassen ist da natürlich nur ein Teil davon und es wären auch noch nicht alle Probleme gelöst, wenn Deutschland hier mit den moderneren Demokratien gleichziehen würde. Es würde sich aber um einen gleichzeitigen Sofortboost für Gesamtwirtschaft und Gesundheitswesen handeln. Bisher gesetzlich Versicherte sind jetzt besser versichert; bisher privat Versicherte sind jetzt nicht schlechter versichert.
Einzig ist das natürlich ein bürokratischer Behemoth - mit dem Argument werden in Deutschland schon seit Jahrzehnten die meisten potentiellen Fortschritte abgelehnt. Ich bin zwar nicht Pro-Brexit, aber in der Hinsicht muss man zumindest sagen, dass man merkt, dass z.B. die Briten mehr Eier bezüglich Veränderung haben. Konservativismus und Angst vor Veränderung allgemein ist in der deutschen Kultur deutlich stärker verankert. In Frankreich geht man ja auch wegen jedem Scheiß auf die Straße; wegen der fuckin Spritpreise sogar. In Deutschland gehen monatelange mediale Hetzkampagnen los, wenn mal ein paar Leute beim Besuch ausländischer Diktatoren auf die Straße gehen.

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